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Alle Neuigkeiten rund um Pfitzenmeier Firmenfitness


Mehr als Gymnastik im Anzug

Rückenschule war früher – heute setzen immer mehr Unternehmen auf ein umfassendes Betriebliches Gesundheitsmanagement. Dienstleister wie Pfitzenmeier und Sportomed sind immer stärker gefragt.

Einst ging es los mit der "Rückenschule“, mit ein paar gymnastischen Bewegungen der Beschäftigten im dunklen Anzug als Ausgleich zur Bildschirmarbeit. Doch mittlerweile umfasst der Begriff des Betrieblichen Gesundheitsmanagements viel mehr als nur ein paar Dehn- und Streckübungen. Und auch die Nachfrage nach der Dienstleistung ist enorm gewachsen.

Zwölf bis 15 Prozent des Gesamtumsatzes macht das Betriebliche Gesundheitsmanagement bei der Unternehmensgruppe Pfitzenmeier aus, sagt Abteilungsleiter Christian Teucke. Gemeinsam mit Firmengründer Werner Pfitzenmeier rief er diesen Geschäftsbereich 2009 ins Leben, mittlerweile beschäftigen sich sechs Mitarbeiter ausschließlich damit.

"Bewegung ist die beste Medizin. Diese Tatsache erkennen immer mehr Arbeitgeber und sind zunehmend an einer Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter interessiert“, sagt Marketingleiter Stephan Pfitzenmeier. Da das Renteneintrittsalter sowie die Zahl der älteren Mitarbeiter steige, sei die Betriebliche Gesundheitsförderung "mehr als sinnvoll“. Die Pfitzenmeier-Gruppe trat der Initiative "Gesundheit im Betrieb selbst gestalten“ als Partner bei und qualifizierte sich als Kompetenzzentrum für Betriebliche Gesundheitsförderung.

Mittlerweile sind über 160 Unternehmen in der Metropolregion Rhein-Neckar Fitness-Kooperationspartner von Pfitzenmeier. "Meist handelt es sich um kleine und mittlere Unternehmen aus Dienstleistung, IT, Banken, aber auch die Stadtverwaltung Schwetzingen ist dabei oder zunehmend große Produktionsbetriebe“, berichtet Christian Teucke.

Oft gehe es mit Impulsvorträgen für die Angestellten los, um sie für das Thema zu sensibilisieren. Es folgen Workshops in den Firmen oder bei Pfitzenmeier. Das Gesundheitsmanagement reiche von den üblichen Rückenproblemen über Herz- und Kreislaufschwäche und Bewegungsarmut bis hin zu Ernährungsfragen oder der Suchtprävention. "Das Thema hat sich mit den Jahren sehr breit entwickelt. Es wird zunehmend gesehen, dass man nicht nur an einer Stelle ansetzen kann“, sagt Teucke. Teilweise nehmen die Firmen individuelle Untersuchungen für jeden Mitarbeiter in Anspruch. Haltungsanalysen, für die es spezielle Software gibt, seien besonders gefragt, auch Cardio-Scans (also Tests auf Herzprobleme) oder Körperfettmessungen.

Wir haben dann sofort das Ergebnis und geben konkrete Handlungsempfehlungen“, so Teucke. Ziel sei, "Belastungen der Arbeitnehmer zu verringern, persönliche Ressourcen zu stärken, die Identifikation mit dem Arbeitgeber zu steigern und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern“, ergänzt Stephan Pfitzenmeier. Solche Angebote erhöhten zudem die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe bei der immer schwierigeren Rekrutierung von Fachkräften, hebt Teucke hervor.

"MAN MUSS DEN KOMPLETTEN MENSCHEN SEHEN“

Im Bereich der Vorbeugung wie der Rehabilitation ist Sportomed Reha in Mannheim tätig. "Viele hoch engagierte Menschen in Führungspositionen, wie Unternehmer, wollen nach einem Unfall, nach einer Erkrankung schnell wieder an den Arbeitsplatz zurück“, sagt Manuela Herbeck – und sie weiß, wie sie dabei helfen kann.

Die Betreuung umfasst nicht nur individuell abgestimmtes Aufbau- und Belastungstraining wie es auch Sportler in Anspruch nehmen. "Die begleiten wir ja manchmal auch zum ersten Training oder zum ersten Spiel nach einer OP wieder auf den Platz“, so Herbeck. Bei Führungskräften müsse unter Umständen auch einmal der Arbeitsplatz umgestaltet werden – und zwar nicht nur Tisch, Stuhl und Beleuchtung. "Oft geht es um allerkleinste, aber erleichternde Details – wie dass jemand nach einer Handverletzung mit einem Filzstift statt mit Kugelschreiber schreibt, weil ihm das leichter fällt“, so die Physiotherapeutin.

Als sich bei einem großen Produktionsbetrieb in der Metropolregion Rückenprobleme und Sprunggelenksverletzungen massiv häuften, schauten sich Experten von Sportomed Reha den Betrieb und die Abläufe genauer an. "Das Ergebnis war: Die Stufen, welche die Mitarbeiter mit Lasten in der Hand überwinden mussten, waren einfach zu hoch“, berichtet Herbeck. Nach vielen Gesprächen mit den Technikern vor Ort gelang es, diese Bereiche zu entschärfen – und parallel die Mitarbeiter zu sensibilisieren, wie sie sicher Lasten heben.

"Wir fühlen uns als Gäste im Unternehmen, als Ratgeber, wollen nichts überstülpen, sondern die Leute vor Ort einbeziehen“, sagt Herbeck. Deshalb hat auch die Betriebskrankenkasse eines großen Konzerns der Region die Fachleute von Sportomed Reha engagiert, um ein Programm für alle Angestellten zu entwickeln – vom Sachbearbeiter bis zum Management. "Da machen wir für jeden individuelle Diagnostik und arbeiten dann ein Trainingsprogramm aus, bieten Übungseinheiten vor Ort in der Firma an.

Enger Partner von Sportomed Reha ist Inanc Karaca. Der Sportwissenschaftler hat früher dort gearbeitet, sich dann mit "I.N.C.H. – individual natural concepts for health“ selbstständig gemacht. Doch wenn er Seminare anbietet, holt er immer noch gerne Christian Ziegler als Referent – den Sportomed-Mitgesellschafter und Chefphysiotherapeuten der Deutschen Leichtathletik Nationalmannschaft, der sich in Mannheim weit über den Spitzensport hinaus einen Namen gemacht hat.

Karaca arbeitet insbesondere mit Führungskräften großer regionaler Unternehmen, betreut aber beispielsweise auch Mitarbeiter der Mannheimer Stadtverwaltung oder der Brauerei Eichbaum sowie Altenpfleger der Diakonie, die oft schwer heben müssen. "Man muss ganzheitlich ansetzen, nicht nur Rückenschule machen“, bestätigt er den Satz von Manuela Herbeck. Psychologen, Ernährungswissenschaftler, Ärzte holt er ins Boot, schnürt für die Firmen individuelle Pakete.

"Insbesondere die Nachfrage im psychomentalen Bereich hat zugenommen, Burn-out-Vorbeugung und solche Sachen“, berichtet er. "Rückenbeschwerden können schließlich auch psychosomatische Gründe haben“, betont er. Manche Unternehmen wollten diesen Bereich zwar ausklammern, "nur“ Rückenschule anzubieten, reiche heute aber nicht mehr aus: "Man muss das komplette Bild des Menschen sehen, auch nicht nur den Arbeitnehmer allein!

Die Nachfrage sei "enorm gestiegen“, sagt Karaca. Das bestätigt der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung. Demnach stieg die Zahl der Unternehmen, die Gesundheitsförderung anbieten, binnen zwei Jahre um 20 Prozent an.

"Die Firmen erkennen, dass sie nur langfristig gute und motivierte, gesunde Mitarbeiter haben, wenn sie dazu beitragen“, so Karaca. Das honoriert auch der Staat: 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter dürfen für Betriebliche Gesundheitsmaßnahmen bei der Steuer geltend gemacht werden.

Quelle: Mannheimer Morgen

Text: Peter W. Ragge


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